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Am 5. Dezember 2015 ist unser Ehrenmitglied und Freund, Botaniker, aber vor allem Wissenschaftler in seinem Tun und Denken, nach längerem schwerem Leiden seiner Erkrankung erlegen. Uns liegt jetzt der Nachruf, mit zahlreichen biografischen Informationen, verfasst von Johann Greiluber und Elise Speta, vor.  -------->> Nachruf Download als pdf   

 




 

Anläßlich einer Feier zum 70. Geburtstag von Herrn Hofrat Univ.-Doz. Dr. Franz Speta, Linz, hat die Naturkundliche Gesellschaft Mostviertel unserem Mitglied die Ehrenmitgliedschaft zuerkannt. Diese schöne und durch Vorträge und lustige Anekdoten gewürzte Feier fand am 30. März 2012 in Wien im Hörsaal des Fakultätszentrums für Biodiversität (ehemals Institut für Botanik) in 1130 Wien, Rennweg 14, statt.

 

Franz Speta in Arbeitsstellung
Franz Speta in typischer Arbeistsstellung,
bewaffnet mit dem Pflanzenstecher

 

Seitens der Zoologisch-Botanischen Gesellschaft wurde dabei auch an Franz Speta, dessen Verdienste in vielfacher Hinsicht sowohl national als auch international als besonders bemerkenswert hervorgehoben werden müssen, ein rund 600 Seiten umfassender Festband überreicht. Dieser Festband wird bei den nächsten Vortragsveranstaltungen unserer Gesellschaft zur Einsichtnahme aufliegen.

 

Vor der Abfahrt zur Sammelreise zum Buch
"Wildpflanzen Siebenbürgens - Elise Speta &
Laszlo Rakosy; v.l.r.: Elise und Franz Speta,
Hubert u. Renate Rausch, Ernst Hüttinger


Von der  Naturkundlichen Gesellschaft Mostviertel wurde Franz Speta durch einen Vortrag mit dem Titel: „Geschichten über Staubhafte, Kamelhälse, Schwammfliegen und Löwenzahntieger“ von Hubert Rausch, geehrt. Im Anschluss daran, wurde die Ehrenmitgliedschaft verkündet.


Unser Ehrenmitglied ist:

 

Wenn es um Fragen im Bereich der Botanik ging, war er immer ein kompetenter Ansprechpartner und so stand uns das Biologiezentrum (OÖ. Landesmuseum) immer offen. Natürlich nicht nur die Botanik betreffend, selbstverständlich auch in allen anderen Fachbereichen speziell der Entomologie. Unsere heutiges, sicher sehr gutes Verhältnis zu dieser Institution, liegt zum guten Teil in seinem offenen Verhältnis uns gegenüber, begründet. Was sich im Laufe der Zeit in einer sehr starken Orientierung, betreffend Landesmuseum, der Niederösterreicher nach Oberösterreich manifestiert. Der wissenschaftliche Basisbereich macht den Unterschied, er fehlt in Niederösterreich weitestgehend und ist in Oberösterreich sehr gut entwickelt.

 

Franz Speta in Arbeitsstellung
v.l.r.: Günther Theischinger (Australien), Hubert Rausch, Franz Speta, Renate Rausch

 

Im Rahmen einiger gemeinsamer Forschungsreisen (1979, 1981 Griechenland; 1986 Türkei; 2007 Rumänien) verbringt man sehr viele gemeinsame Tage und Wochen. Dabei finden ein intensiver Austausch von Wissen und Know-how statt.
Franz Speta auf Sammelreisen mit dabei zu haben hat natürlich auch ganz profane Vorteile. Wenn am Abend Suppe gekocht wird, findet er immer noch was in seinen tagsüber in Nylontaschen und -säcken gesammelten Pflanzen, was als Würze taugt.

Franz Speta in Arbeitsstellung
Griechenland - Franz Speta bei der Aufarbeitung seiner Ausbeute

Sehr gut sind noch die Unmengen von Meerzwiebeln in Erinnerung, die der Untersuchung von Inhaltsstoffen dienten, wie auch beträchtliche Zahlen von Herbarbelegen. Dass er selbst letztendlich im Auto kaum noch Platz hatte, stört in sehr wenig. Allerdings wäre in einem VW-Bus für 2 Botaniker mit vergleichbarer Sammelintensität nicht ausreichend Platz. Ein Anhänger wäre da wohl der einzige Ausweg.

Zur rationellen Verarbeitung der gesammelten Pflanzen wurde die Heizung des Autos in eine mobile Herbartrocknungsvorrichtung umfunktioniert, die ihm erlaubte, ein vielfaches der Herbarienmenge mitzubringen. Ein damals im nördlichem Teil der Türkei mitgenommener Autostopper, ein Mann mittleren Alters im schwarzen Anzug, macht intensive Erfahrung mit dem Herbartrockner. Er saß nämlich unmittelbar daneben und als er ausstieg standen ihm wegen der Hitze die Schweißperlen auf der Stirn. Wozu heizen die Ausländer im Auto, wo es sowieso heiß genug ist. Der Duft nach frischem Heu war obligatorisch, wobei sich durchaus auch Gestank darunter mischte, je nach dem was Franz Speta in die Herbarpresse einlegte.

Hauptarbeit des Botanikers auf Exkursion
Griechenland - Franz Speta inmitten seiner "Herbarwerkstätte", re. sein Freund "Fessi", er überlegt sich wahrscheinlich einige philosophische Kommentare, für Diskussionsstoff war gesorgt.

Ein Größenlimit gab es nicht. Es war geradezu ein Sport, widerspenstige Pflanzen auf Herbarblattgröße ohne wesentliche Verluste zurecht zu biegen. Palmwedel von Phoenix theophrasti, von der Ostküste Kretas, waren dann doch mit 2,5m zu lang, aber auch sie wurden natürlich im Ganzen mitgenommen.

Rumänien - Siebenbürgen
Rumänien - Siebenbürgen


So freuen wir uns, dass wir Univ.-Doz. Dr. Franz Speta als Ehrenmitglied in der Gesellschaft haben. Es mag schon sein, dass der Wert einer Ehrenmitgliedschaft, bei einer Gesellschaft regionaler Bedeutung, sehr relativ gesehen werden kann. Für uns ist jedoch entscheidend, dass wir damit die Verbundenheit und Verpflichtung zur Naturwissenschaft dokumentieren, was für unser Ehrenmitglied eine prinzipielle Lebenseinstellung ist.

 

Ernst Hüttinger