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Alter Mostbirnbaum im besten Es gibt sie vereinzelt noch  … alte mächtige Bäume! Viele Menschen erahnen oder erkennen aus unterschiedlichen Perspektiven Rätsel und Geheimnisse, die mit uralten Baum-Denkmälern verbunden sein können. Aus wissenschaftlichen, künstlerischen, religiösen, ästhetischen  und auch oft aus einem historischen Blickwinkel können positive Inspirationen und eine große Menge Fragestellungen besonders an solchen besonderen Baum-Orten gefunden werden. Oder auch nur wenn im Schatten eines solchen alten Baumes ein Kind nachhaltig lernt, für sein künftiges Leben relevante Fragen zu stellen!

Große alte Bäume haben unübersehbar für uns Menschen in vielen Kulturen, wo Wälder mit großen Bäumen gedeihen können, einen sehr hohen Stellenwert erreicht. Warum ist das heute immer weniger der Fall?

Besonders negativ betroffen sind davon besonders die alten, teilweise bizarren, hohlraum- und spechthöhlenreichen Mostbirnbäume unseres Mostviertels. Wer die Tendenz der vergangenen Jahrzehnte nicht aus dem Gedächtnis verloren hat und langfristige Zusammenhänge kennt, ist zurecht besorgt! Vor allem ist die regionale Biodiversität in unserer Kulturlandschaft mit der einstigen Förderung und Erhaltung der Birnbaum-Bestände eng verbunden. Der Ist-Zustand ist aus mehreren Gründen inzwischen längst unbefriedigend.

 

 

DER MOSTBIRNBAUM ALS KULTURLANDSCHAFTSELEMENT

Die Birne, von der hier vorwiegend die Rede sein soll, mit der wissenschaftlichen Bezeichnung Pyrus repräsentiert eine Pflanzengattung,  die biosystematisch zu den Kernobstgewächsen (Pyrinae) gehört und sie ist Teil der vielgestaltigen und artenreichen Pflanzenfamilie der Rosengewächse (Rosaceae). Die Gattung (Genus) Pyrus ist bzw. war weltweit mit etwas mehr als zwei dutzend verschiedener Arten (oder Spezies, … nicht zu verwechseln mit Sorten oder Gattungen) in vielen Teilen Eurasiens einschließlich Nordafrikas und Nordamerikas verbreitet. Vor allem aus der Art oder Spezies Wild- oder Holzbirne, Pyrus pyraster, und wenigen weiteren Arten wurde von Menschen vermutlich vor Jahrtausenden begonnen, daraus die Kultur-Birne, Pyrus communis, durch Kreuzung, Zucht, Auslese und Veredelung zu kultivieren. Inzwischen existiert eine große Zahl unterschiedlicher Kultursorten mit verschiedenen, vorwiegend dem regionalen Bedarf angenäherten Eigenschaften. Vor allem klimatische und einige weitere Anforderungen waren entscheidenden Voraussetzungen. Erst seit wenigen Jahrzehnten ist der tatsächliche Bedarf und das Interesse der Menschen diesbezüglich deutlich rückläufig. Man könnte salopp feststellen: Sie wurden aus dem Gedächtnis ausgelagert und der Gartenkultur und dem Erwerbsobstbau übertragen. Die persönliche Bedarfsdeckung ist längst in die globalisierten Märkte unkritisch verlagert worden. Weltweit sind heute bereits etwa um die 1000 mehr oder weniger deutlich differenzierbare Sorten bekannt und benannt, doch die Grenzen sind naturgegeben fließend.

 

Nach wie vor werden sowohl mit alten und zunehmend neuen Methoden (besonders mit Hilfe der Kenntnisse über Genetik) weiter neue Sorten mit neuen oder bestimmten Eigenschaften (meist  sehr kurzlebige Kurzstamm-„Turbovarianten“) für eine sehr viel weniger umweltverträgliche und zum Teil wirtschaftlich fragwürdige Produktion gedrängt. Diese Tendenz ist , so wie bei sehr vielen anderen Kulturpflanzen auch, mit durchaus unterschiedlichen Erfolgen und Wirkungen verbunden. Die über Jahrhunderte weitgehend klein strukturierte Landwirtschaft und der Natur- und Umweltschutz sowie weitere Bereiche werden unter dem teilweise überzogen gesteigerten „Erfolgsdruck“ oftmals nicht ausreichend menschenwürdig und nachhaltig berücksichtigt. Viele Folgen (positive und negative) sind regional als auch vor allem global erkennbar. Inzwischen müssen wir immer mehr erkennen, dass das globale menschliche „Wirtschaften“ (oft mit wenig Ökonomie) in der heutigen liberalisierten Form sich immer dramatischer von den realen Bedürfnissen von Natur und Mensch abkoppelt. Es besteht heute kein Zweifel, auch unsere Landschaften und Landwirtschaften sind davon massiv betroffen!

Hochstämmige alte und landschaftsprägende Birnbäume unterschiedlicher Sorten – einst noch unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit und Langlebigkeit gepflanzt, gepflegt und gezüchtet – können ein Alter von rund 300 Jahren erreichen. Selbstverständlich trifft das auch ohne künstlicher Lebensverkürzung niemals für alle Individuen zu. Doch erst in dieser imposanten Alterskategorie, also quasi  frühestens etwa ab ihrer zweiten Lebenshälfte, sind seit einigen Jahrhunderten zu einer hohen Bestandsdichte besonders im Mostviertel gelangt. Sie konnten erst dadurch zu sekundären regionalen „Biodiversitäts-Hotspots“ werden.

Vor allem  im Frühling zur Blütezeit der Mostbirnbäume wird dieser positive Eindruck im Mostviertel und auch in anderen Teilen Mitteleuropas verstärkt wahrgenommen und oft speziell beworben. Betreffend der damit verbundenen, regional  angepassten Biodiversität sind Mostbirnbaum-Bestände nun schon seit einigen Jahrhunderten zu wertvollen Wohn-, Nist-, Aufenthalts und zentralen Lebensorten für Menschen und eine große Zahl von Lebewesen (bes. Pflanzen, Pilzen und Tieren) geworden. Die vielfältige Bereicherungen dieses Kulturelements droht seit wenigen Jahrzehnten aus teilweise bekannten Gründen zunehmend in Gefahr zu geraten. Einige der Hauptprobleme sollten hier in kürze angesprochen werden und es bleibt zu hoffen, dass diese Zeilen zur positiven Beachtung und zur möglichen Problemlösung beitragen können.


DIREKTE BESTANDSGEFÄHRDUNGEN

Einen Hauptanteil der Gefahren stellt die offensichtlich nicht selten gänzlich untaugliche „Flurbereinigung“ dar (ökologisch richtig wäre oft eher das Wort Landschaftsausräumung). Diese Maßnahmen sind meist lediglich Ausdruck eines zu kurzsichtigen und zu geringen Verständnisses für Zusammenhänge bezüglich der uns umgebenden Natur. Der Wert hoher und regional angepasster Biodiversität ist viel zu wenig bekannt und wird oft nicht ausreichend verstanden. Auch der vielfältige Wert des Produkts Birne ist zweifellos dazu ein zentraler Punkt in der Betrachtung.

Auch der mehr als fragwürdige Begriff der sogenannten „Kulturverjüngung“ (ein Begriff aus der den Wert der biologischen Vielfalt ebenfalls nicht genügend berücksichtigenden Forst-„Wirtschaft“) spielt ebenso in diesem Zusammenhang eine Rolle. Die Folgen sind heute bereits sichtbar. Eine ökologisch zunehmend geringer gewordene Ausstattung der regionalen Kulturlandschaft und besonders auch der Zustand vieler heimischer „Wälder“ ist davon betroffen.  Diese kontinuierlich abnehmende Vielfalt in der regionalen Kulturlandschaft wurde durch ein Bündel von Einzelentwicklungen und Missverständnissen bewirkt. Auch der bis heute nicht ausreichend bewältigte Konflikt mit Menschen, die sich seriös und besorgt für Natur- und Umweltschutz einsetzen ist hier zu beachten. Vereinzelt werden sogar Anachronismen aufrecht erhalten, ohne dabei oft die erforderliche Lernfähigkeit oder Selbstkritik erkennbar zu machen.

Verehrte Leser, sehen sie sich in ihrer Umgebung um! Wo sind sie z. B. die wirklich alten, meterdicken Birnbäume? Mit Hilfe laufend optimierter und grundsätzlich erfreulicher land- und forstwirtschaftlicher Gerätschaften (Motorsägen, Traktoren  etc.) sind Baum-Entfernungen, oftmals Radikalentfernungen größeren Ausmaßes einschließlich der Hauptwurzeln, an der viel zu wenig hinterfragten Tagesordnung. Und es ist innerhalb einiger weniger Jahre eine relativ einfache Arbeit geworden. Bereits in wenigen Stunden können solche Baumreihen oder Bestandsgruppen beseitigt werden. Selbst durch sofortige Neupflanzungen ist kein Ausgleich herstellbar. Doch selbst umgehende Neupflanzungen sind nur vereinzelt der Fall. Eine ausgewogene und realistisch beurteilte Bestandsentwicklung wären ökologisch dringend zu fordern und nachhaltig. Radikalentfernungen erfordern Jahrhunderte lange Geduld, die zeitlich ein Menschenleben weit übersteigt und eine erlebbare Wiedergutmachung nicht möglich ist. Daher muss künftig die Beseitigung alter Bäume entsprechend vorsichtig und überdacht vorgenommen werden. Ob unter diesen ernüchternden Aspekten ursprüngliche Vielfalt wieder hergestellt werden kann, hängt selbst dann noch von einigen entscheidenden weiteren Voraussetzungen ab.

Eine weitere wohl ebenfalls massive Beeinträchtigung, die noch immer wenig Beachtung findet und negative Auswirkungen zeigt, stellt die unsensible Ausbringung flüssiger Gülle dar. Tausende Birnbäume werden regelmäßig, meist mehrfach jährlich, bis in mehrere Meter Höhe mit Jauchebrei regelrecht tapeziert. Solcher Art „behandelter“ Bäume erfahren dadurch Beschädigungen, die zu vermehrten Krankheiten und zu direkten und indirekten Beeinträchtigungen führen. Vor allem wird damit ein für Birnbäume (und auch vielen anderen Pflanzen) ein Befall von pflanzenpathogenen Mikroorganismen (Bakterien, andere Einzeller und Pilze) gefördert und auch virale Infektionen werden damit beschleunigt. Aufgrund ihrer dicken, stark zerklüfteten und intensiv besiedelten Borke sind alte Mostbirnbäume von dieser Gülle-Misshandlung ganz besonders betroffen. Hunderte Arten und tausende Individuen rindenbewohnender Organismen werden in ihrer ökologischen Wechselwirkung gestört, viele werden sogar damit direkt vernichtet. Der Jauchebrei klebt oft noch nach Jahren an den Bäumen, wie man sich unschwer vielerorts überzeugen kann. Es fehlt ganz offensichtlich das erforderliche Verständnis seitens vieler handelnden Personen. Nur vereinzelt kann man ausreichende Vorsicht bei der Ausbringung beobachten. An dieser Stelle ist auch die Frage berechtig, wie wenig  Wissen über ökologische Zusammenhänge tragbar sind? Sind die Prioritätenlisten von „Landwirtschaftsexperten“ noch wirklich nachhaltig und zukunftstauglich? Dazu wären wohl unabhängige wissenschaftliche Untersuchungen über die Wirkung auf Biodiversität erforderlich, die jedoch weitgehend fehlen und kurzfristig nicht hergestellt werden können. Die negativen Auswirkungen sind jedoch für einschlägige forschende Biologen augenscheinlich, wie stichprobenartige Kontrollen anhand von Indikatorarten zeigen. 

Generell ist ganz allgemein und auch speziell die Gefahr von verschiedenen Erkrankungen (durch pathogene Mikroorganismen und Viren) gegeben, die ihrerseits durch komplexe Wechselwirkungen aufgrund zahlreicher Einflüssen auftreten können. Hier soll als aktuelles Beispiel der sogenannte Birnenverfall, eine zunehmende Erkrankung durch bakterielle Organismen, angeführt werden. Dieser zeigt seit einigen Jahren bedrohliche Wirkungen auf Birnbaum-Kulturen.

Abschließend sollte hier auch darauf hingewiesen werden, dass ein rigoroser und oft gänzlich unsachgemäßer Baumschnitt besonders an Obstbäumen allgemein und besonders an alten Mostbirnbäumen verheerende Folgen haben kann. Eine solche Unkenntnis und Misshandlung führt in der Regel zur Verkürzung der Lebensdauer um mehrere Jahrzehnte, wie einige Beispiele aus der Region bedauerlich (aber kaum ausreichend in ihrer Auswirkung bemerkt) zeigen bzw. gezeigt haben.


ZUR BIODIVERSITÄT ALTER MOSTBIRNBAUM-BESTÄNDE

Die seit Jahrmillionen etablierten Lebensgemeinschaften haben Obstbaum- und besonders Mostbirnbaum-Bestände als neue Lebensräume im Laufe der letzten Jahrhunderte vorgefunden. Das hat zu einer Reihe von sehr unterschiedlich raschen und wohl vorwiegend erfreulichen Ausbreitungen unterschiedlicher Lebewesen (Pflanzen, Pilze, Tiere) geführt.

Ein alter Um hier wenige Beispiele zu erwähnen sei auf das Vorkommen prominenter Wirbeltiere in diesen Lebensräumen hingewiesen. Es sind zwei inzwischen bei uns sehr selten gewordene Beutegreifer-Arten, des Steinkauzes, Athene noctua, und der Schleiereule, Tyto alba guttata. Beide sollen hier stellvertretend für etliche weitere Vogelarten angeführt werden, dessen Bestandentwicklungen vor allem auch ein Indiz für den Zustand der Lebensräume verstanden werden muss. Ebenso soll hier auch auf zwei Specht-Arten, den Mittelspecht, Dendrocopus medius, und des Kleinspechts, Dendrocopus minor, hinweisen. Sie sind ebenfalls Bewohner einer offenen Kulturlandschaft mit erkennbarer Vorliebe für alte Obstbaumkulturen, wie sie auch für eine Anzahl von Vogel-Arten (Jahresvögel, Wintergäste und Zugvögel) zutrifft. Die Artenzahl der Wirbellosen Tiere (besonders Insekten und Spinnentiere) ist naturgemäß ein Vielfaches, die aufgrund ihrer Lebensansprüche diesen Kulturlandschaftstyp bevorzugen oder oft sogar zwingend benötigen. Auch an ihnen sind heute teilweise starke Bestandsrückgänge zu verzeichnen. Doch genau deren Vielfalt und Häufigkeit stellt die Nahrungs- und Lebensgrundlage für viele größere und auffälligere Wirbeltiere. Von einigen Fledermaus-Arten bis zu besonders seltenen Nagetier-Spezies reicht das meist kaum beachtete Artenspektrum. Die Zahl der Krabbeltier-Arten (Gliederfüßer) an alten Mostbirnbaum-Beständen darf auf deutlich mehr als 1000 angenommen werden. Auch die Zahl der Individuen lag bei vielen Arten einst in deutlich stärkeren Populationen vor. Ein erheblicher Teil von ihnen fungierte immer auch z.B. als Blütenbesucher und war für die Bestäubungsleistung mit verantwortlich. Das wird oft in Verkennung der Realität ausschließlich der Kultur- oder Haustierart Honigbiene, Apis mellifera, zugeschrieben, die ihrerseits aber ebenso von einer hohen natürlichen Vielfalt profitiert. Der teilweise in einer erheblichen Artenzahl nachtaktive Anteil der Gliederfüßer (z.B. die weitaus größere Zahl an Schmetterling-Arten ist ausschließlich nachts aktiv) ist den meisten Menschen nach wie vor wenig bekannt bzw. sie bleiben weit unter der Schwelle üblicher menschlicher Wahrnehmung. Nur spezielle Beobachtungen und Untersuchungen können in vielen speziellen Fälle und Fragestellungen Licht in die Komplexität der biologischen Vielfalt bringen.

Alte Birnbaum-Bestände, wie eigene konkrete Untersuchungen zwischen 1969 und 1980 zeigen konnten, stellen den Hauptanteil der Populationen von mehr als der Hälfte aller in Österreich vorkommenden und als Lebende Fossilien ausgewiesenen Raphidioptera (eine Netzflügler-Ordnung mit dem eher kuriosen deutschen Trivialname >Kamelhalsfliegen<) dar. Es handelt sich um besonders charakteristische  "Ur"-Holometabola oder "Ur"-Endopterygota (Sechsbeiner bzw. Insekten mit vollkommener Verwandlung), die in ihrem Bestand rückläufig sind und heute vorwiegend noch an alten Mostbirnbäumen in größerer Populationsdichte vorkommen. Die Larven dieser Raphidioptera sind ihrerseits kleine „Beutegreifer“ (und damit auch bei menschlicher Wertung als  „Nützlinge“ zu bezeichnen), die im Laufe ihrer mehrjährigen Larven-Entwicklung auf das Leben unter der Rinde alter Birnbäume weitreichend gebunden sind. Im Mai und Juni schlüpfen die flugfähigen Geschlechtstiere um sich im Kronenbereich der Bäume, wie zahlreiche andere Krabbeltier-Arten auch, fortzupflanzen. Ihre spezielle und mehrjährige Entwicklung macht die meisten aller heimischen Raphidioptera von alten dickborkigen Bäumen abhängig (mehrere von ihnen benötigen dazu vor allem alte Birnbaum-Bestände). Wesentliche Untersuchungen und Nachprüfungen zur Aufklärung der Biologie, Taxonomie und Verbreitung dieser habituell nahezu identisch aussehenden Nachkommen jener fossiler Zeugen aus der Zeit der Dinosaurier erfolgte besonders im Mostviertel. Erstaunlich viele Nachweise von den heute rund 80 fossil weltweit bekannten Arten dieser Insekten-Ordnung stammen aus den beiden letzten Zeitabschnitten des Erdmittelalters. Es sind dies die beiden letzten mesozoischen Perioden, der Jura und der Kreide, vor rund 200-65 Millionen Jahren.

ZUSAMMENFASSUNG

Es besteht kein Zweifel, wie hier kurz zu erläutern versucht wurde, dass aus ökologischer Sicht alte Mostbirnbaum-Bestände mit allen ihren in Teilen des Geästs und im Stammbereich vorhandenen Totholzanteilen, Hohlräumen und besonders aufgrund der besonders reich strukturierten Borke und zusammen mit den in ihrer Umgebung noch teilweise doch noch teilweise blumenreichen Wiesen eine besonders artenreiche und erhaltenswerte Vielfalt umfassen kann. Die ökologische  Gesamtbedeutung wird, obwohl immer wieder von verschiedenen Institutionen und Vereinigungen darauf hingewiesen wurde und wird, seitens der für Landschaft und Landwirtschaft Verantwortlichen unterschätzt. Heute noch immer festzustellende rigorose negative Landschaftsveränderungen (bes. Bestands-Schlägerungen etc.) machen es deutlich! Zudem sollte auch nicht vergessen werden, welch hohen Erholungswert z.B. lockere Birnbaum-Bestände und eine reiche biologische Vielfalt für Menschen haben kann. 

Möge es künftig wieder in einem höheren Ausmaß gelingen, eine Nutzung des Kulturprodukts Birne und damit eine langfristige Sicherung der ökologisch wertvollen hochstämmigen Birnbaum-Kulturen zu erreichen. Dazu bedarf es auch in breiten Schichten der Bevölkerung und bei vielen Verantwortlichen ein höheres Verständnis und Geschick zur Wiederbelebung und Nutzung des Produkts Mostbirne. Auch der Wert der Vielfalt (Biodiversität) im speziellen Fall und ganz allgemein muss im Sinne der Nachhaltigkeit höher als bisher bewertet werden. Mehrere erfreuliche Initiativen und Institutionen auf diesem Gebiet sollten in ihrer Einflussnahme unterstützt und künftig deutlich wirksamer gefördert werden. Selbstverständlich nicht nur aber wohl auch im finanziellen Sinne.